Die polnische Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem schweren Angriff auf einem Marktplatz in Krakau wegen einer terroristischen Straftat. Ein 24-jähriger Pole eröffnete am Samstagnachmittag aus einem Auto heraus wahllos das Feuer und tötete sechs Personen im Alter zwischen 32 und 61 Jahren, darunter vier Frauen und zwei Männer. Insgesamt 15 bis 16 Menschen wurden verletzt, wobei zwölf Personen in kritischem Zustand sind. Zu den Opfern zählen mehrere ausländische Staatsbürger; ein Brite starb, während Verletzte aus Deutschland, Portugal, Russland, Österreich und Großbritannien gemeldet wurden.

Nach den Schüssen in Krakau entdeckte die Polizei im Elternhaus des Täters in Ostrowiec Swietokrzyski, etwa 180 Kilometer nordöstlich der Stadt, die Leichen seiner Eltern und seiner Schwester. Damit steht der Mann im Verdacht, insgesamt neun Personen erschossen zu haben, wobei Beweise auf denselben Täter hindeuten. Die Polizei geht davon aus, dass er eine Langwaffe militärischer Bauart, möglicherweise ein halbautomatisches AR-15 Sturmgewehr, verwendete. Im Fahrzeug des Verdächtigen wurden zudem weitere Waffen und Munition sichergestellt.

Innenminister Marcin Kierwiński erklärte, dass der Schütze laut ersten Hinweisen „sehr radikale Ansichten“ vertreten habe und von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sein könnte. Bei der Festnahme kam es zu einem Schusswechsel, bei dem zwei Polizeibeamte lebensgefährlich verletzt wurden. Premierminister Donald Tusk bezeichnete die Beamten als „wahre Helden“ und sprach bereits am Samstag von Terrorismus. Justizminister Waldemar Żurek appellierte an die Bevölkerung, Blut der Gruppe AB Rhesus+ für einen der schwer verletzten Polizisten zu spenden.

Präsident Karol Nawrocki bezeichnete die Ereignisse als „beispiellosen Terrorakt“ und ordnete für Sonntag und Montag eine staatliche Trauer an, wobei die Flaggen landesweit auf halbmast gesetzt wurden. In der Marienkirche in Krakau wurde ein Gedenkgottesdienst organisiert. Erzbischof Grzegorz Rys mahnte in diesem Zusammenhang zum Zusammenhalt und betonte, dass Gewalt und Hass Grenzen überschritten hätten, die jeden anwesend gewesenen Menschen betroffen hätten.